Wer oder was ist eigentlich dieses Innere Kind und was hat es mit deinen heutigen Problemen Körperschmerz, Ängsten und Stress im Job zu tun?

Schwangere beim Pilates am Strand (© chupacabra – stock.adobe.com)

In meiner Praxis nimmt die Arbeit mit dem Inneren Kind einen großen Teil in der Zusammenarbeit mit meinen Klientinnen ein, oft eingebettet in einer Kombibehandlung aus Osteopathie und Psychotherapie.

So auch bei Marie, die vor ein paar Wochen mit Schulter-Nacken-Schmerzen und einem Tennisarm in meine Praxis kam.

Innere Kind Arbeit bei Verspannungen und Tennisarm?

Ja, genau! Und weißt du was? Bei Marie haben sich während der Therapie mit mir nicht nur ihre Verspannungen gelöst, sondern auch die Spannungen mit ihrem Chef.

Aber von vorn:

Wir alle haben viele verschiedene innere Anteile.

Hast du schon einmal etwas von sogenannten Schattenanteilen gehört? Das sind deine dir (noch) nicht bewussten inneren Anteile. All die Anteile, die du verleugnest, nicht wahrnimmst, die verpönt sind.

Auch sogenannte Archetypen wie deine innere Geliebte, deine innere Heilerin, deine Magierin, Kriegerin, Unschuldige findest du in deinen inneren Anteilen. Und auch deine inneren Eltern, die Abbilder der Eltern, so wie du sie damals in deiner Prägung erlebt hast, trägst du in dir.

Der Anteil in dir, der dich und dein tägliches Leben, deine Gefühle und deine Impulse am meisten prägt, ist dein Inneres Kind.

Dein Inneres Kind ist dein ältester innerer Anteil, ein Anteil, der sich schon ganz früh in dir verankert hat. Seit der Zeit, in der du als Baby eins mit deiner Mutter warst, ja sogar schon seit der Zeit deiner Zeugung. Als Baby hast du deine Umwelt hauptsächlich über deinen Körper und deine Emotionen erlebt. Du warst eins mit deiner Mutter oder anderen ganz nahen Bezugspersonen.

Ob du in einem Gefühl von Sicherheit, Willkommensein, Liebe und Geborgenheit aufgewachsen bist oder ob dein Erleben von Angst, Anspannung und Sorgen geprägt war und dein Nervensystem sich somit in „Dauer-Gefahr“ befand, alles, was du damals erlebt hast, ist in deinem Innern abgespeichert, jede Erfahrung, jedes Erlebnis, alles.

Dein Inneres Kind wurde zwischen Zeugung und siebtem Lebensjahr geprägt. 

In dieser Zeit hast du den Umgang mit deinen Gefühlen und Emotionen, also alles rund um Wut, Trauer, Lust und Aggression erlebt und gelernt. Du hast erfahren, wie du dich verhalten sollst und wie besser nicht.

All die Wunden, ungestillten Bedürfnisse, ungelebten Gefühle und missachteten Grenzen aus dieser Zeit können sich heute in deinem erwachsenen Leben als Symptome zeigen. Viele körperliche und seelische Beschwerden wie hartnäckige Verspannungen, aber auch Ängste und Panikattacken lassen sich auf deine frühesten Prägungen zwischen Zeugung und siebtem Lebensjahr zurückführen.

 

Häufig erlebe ich in der Praxis, dass meine Klientinnen sagen: „Ich hatte doch aber eine gute Kindheit, meine Eltern waren doch immer für mich da.“ 

Ja. Deine Kindheit muss nicht zwingend schlecht, schwierig oder traurig gewesen sein.

Fakt ist, du hattest eine Kindheit. Du warst abhängig von deinen Eltern und hattest konkrete Bedürfnisse. Wurden deine Bedürfnisse nicht adäquat, zu spät oder von der falschen Person erkannt und gestillt, geht es heute darum, deinem Inneren Kind das zu geben, was damals fehlte und zu verstehen und erfahren, dass das meiste, worauf du (oder dein Inneres Kind) heute emotional reagierst Ursachen in deiner Kindheit hat.

Wann immer du heute stark emotional auf Situationen reagierst, kannst du dir sicher sein, dass dein Inneres Kind involviert ist.

Und je emotionaler du auf Situationen reagierst, desto länger liegt die Ursache zurück.

In meine Praxis kommen Frauen mit unterschiedlichen Themen: Das können körperliche Schmerzen sein, die durch klassische Physiotherapie und Sport nicht nachhaltig gelöst werden konnten oder Spannungspunkte in beruflichen oder privaten Beziehungen. Auch mit Ängsten oder Panikattacken wenden sich meine Klientinnen oft an mich.

Allen Frauen gemein ist, dass eine Art Muster in ihren Beziehungen erkennbar wird. Die Beziehung zu sich selbst und ihrem verspannten Körper, die Beziehung zu Kolleg*innen oder Partner*innen scheint nicht ganz rund zu laufen.

In der Praxis schauen wir uns dann vom jetzigen Ist-Zustand an, okay, woher rührt diese Wucht an Emotionen tatsächlich. Welche inneren Anteile haben da noch nicht den Raum, die sie bräuchten. Wo gibt es alte Wunden, die noch in Heilung gebracht werden wollen.

So auch bei Marie und ihrem Tennisarm, der sie seit drei Monaten quälte. Nach meinem Lauschen und Nachfragen erzählte mir Marie, dass sie seit drei Monaten einen neuen Chef hat, der sie bei einem ersten Meeting ziemlich unwirsch angegangen war. Dieser zeitliche Zusammenhang zwischen ihren Symptomen und dem Vorfall mit ihrem Chef ließ mich aufhorchen. Nachdem ich mit osteopathischen Techniken Maries Spannungen in ihrem Körper gelöst hatte, schauten wir gemeinsam noch einmal genauer hin, was während des Meetings mit ihrem Chef passiert war.

In einer Visualisierungsarbeit berichtete Marie, dass sie als Kleinkind die Erfahrung gemacht hatte, dass ihre Eltern oft gestritten haben und dabei laut wurden. Statt Fight (Kampf) oder Flight (Flucht) blieb Marie als Kleinkind nur die Möglichkeit, auf diese für sie bedrohliche Situation mit Anspannung und Erstarrung zu reagieren, denn als Kleinkind war sie abhängig davon, ihren (sicheren) Platz bei Mama und Papa zu behalten.

Das Verhalten ihres Vorgesetzten triggerte ein frühkindliches Muster und Erleben bei Marie. Wenn die Großen laut werden, ist es sicherer zu erstarren. Sonst droht Gefahr, nicht-geliebt, nicht-wertgeschätzt zu werden.

Im Laufe der Therapiesitzung bekam Marie einen Zugang zu ihrer seit Jahrzehnten aufgestauten Wut. Eine Wut ihres Inneren Kindes, die nun durch das Verhalten ihres Chefs getriggert wurde. Diese Wut gepaart mit dem Schmerz nicht gesehen und unfair behandelt worden zu sein, war als Kind für Marie bedrohlich und Maries Innere Kleine fühlte bei diesem Meeting die existenzielle Gefahr von damals. Im Laufe der Sitzung konnte die erwachsene Marie schließlich nachträglich (visualisiert) dem Chef die Meinung sagen. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Heilung.

Das Innere Kind darf nachträglich ausdrücken, was damals weh tat. 

Es darf erleben, wie kraftvoll es ist, wenn alle Anteile da sein dürfen, sodass die Erwachsene dann ihr Inneres Kind gut in sich beheimaten kann und gut für die Kleine sorgen kann. Und von dort aus als integrierte Erwachsene klar auf Augenhöhe kommunizieren kann. Dann werden die Diskussionen zu Dialogen, echtes gesehen und gehört werden findet statt. Perspektiven können gewechselt und neu beleuchtet werden.

Und es wird sogar aushaltbar, wenn der Partner die Sache anders sieht, anders erlebt. Auch das kann nebeneinanderstehen bleiben. Und die Verbindung und der Kontakt bleiben in der Tiefe bestehen.

Daher ist es so notwendig, die eigenen Muster zu erkennen, die not-wendigen Muster zu enttarnen, sie wertzuschätzen, was sie dir damals an Hilfe waren. Und für heute neue Wege und Möglichkeiten hinzuzufügen. Neuen Handlungsspielraum zu gewinnen. Nachnähren, um Potenzial erwachsen zu lassen. Von innen heraus. Sodass du vom (inneren) Mangel in deine Fülle kommen kannst.

Marie konnte in ihrem Körper und ihrem Inneren das neue Bewusstsein nach und nach integrieren, so dass sie wieder mit erhobenem Haupt zur Arbeit gehen konnte. Die Kleine war ja jetzt in Sicherheit. Die Große nahm sie mit an die Hand.

Und in einen unserer nächsten Sitzungen erzählte Marie mir grinsend: „Mein Vorgesetzter kam vor ein paar Tagen auf mich zu und bat um Verzeihung, dass er da so unwirsch war.”.

Und ihr Tennisarm? Den hatte Marie längst vergessen.

Ja, genau so kann es gehen: Wenn eine(-r) Innere Arbeit tut, verändert sich alles im System.

Dein Inneres Kind wartet sehnlichst darauf, von dir erkannt zu werden.

Heute bist du erwachsen und kannst nachnähren, was damals gefehlt hat, was damals zu viel war.

Wirklich Erwachsen bist du dann, wenn du dein Inneres Kind gut integriert hast.

Gerne begleite und unterstütze ich dich auf diesem Weg. Als Übersetzerin zwischen Innerem Kind und (alltäglichen) Symptomen.

von Herzen ❤
Anna

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